Nun ja, als Cabrioreiter hatte ich fast 20 Jahre Navigon und nach Verkauf an Garmin dessen Navis Nüvis und DriveSmarts genutzt.
Als ich mit Navigon 2005 anfing, gab es noch von Map und Guide, später wurde daraus Navteq, die DVDs zum Planen von Motorrad und Cabriotouren im .bcr-Format, welche man auf das Navi übertragen konnte. Dann gab es die ersten Planer von Enthusiasten, wie Tourentiger im Nachbarforum kostenlos. Mit den ersten Garmin Nüvis ab 2013 war ich nur kurz auf MapSource, es kam Basecamp. Dazu war ich im Jahr 14 auf einem Lehrgang des Herausgebers von Motorrad&Reisen (der aber leider kurz darauf noch relativ jung verstarb). BC bot den Vorteil halt des Offline-planens von Routen an jedem Ort, der Speicherung dieser in der Datenbank, jedoch, so fest hier User von BC davon überzeugt sind, schon von Beginn an dem Nachteil einer nicht mehr zeitgemäßen GUI. Da bin ich bei Andy.
Die Navigons Navis waren in ihrer Genauigkeit und Verständlichkeit der Ansagen seinerzeit den direkten Wettbewerben TT und Garmin, die ich halt in Leihautos oder durch Besitz kennenlernte, um Welten voraus. Krass waren Ansagen bei Garmin wie „Jetzt die Autobahn verlassen“ erst an der Schnittstelle der Ausfahrtkurve statt an der 100 m Markierung der Ausfädelspur. Konnte man mit leben, aber Navigon zeigte da halt wo der Hammer hing. Bei TT waren die Ansagen ebenso fürs deutsche Sprachverständnis umständlich.
Nun, Navigon gab es nicht mehr und mit den Nüvis und dann DS- Serien wurde es zunächst besser. Auch gefielen mir die großen randlosen Displays, obwohl es dann zumindest bei meinem letzten, jetzigen Cabrio und der leider nur einzigen Montagemöglichkeit auf dem A-Brett schon einen nicht ungefährlichen „Blinden Fleck“ erzeugte, der übrigens in einigen Länder grenzwertig, zum Verbot dieser Montage führt. Das letzte DS 76 war dann aber zumindest mit der Verkehrsführung im Stau eine Katastrophe, da bin ich ebenso bei Andy. 2 mal bin ich im Münchener Raum mit dem Garmin und dessen ständigen Korrekturen der Route nur im Kreis gefahren und am Ende aufs Tablett mit Google Maps, und Ansagen meiner Frau oder mit Fahrerwechsel Frau fährt und ich sage an, ausgewichen. Ebenso war die GUI am DS 76 für mich nicht mehr durchschaubar, weil mit der Serie man die Routenplanung per Navi voraussetzte, statt des mittlerweile seitens Garmin schon „abgekündigten“, heißt nicht mehr gepflegten oder gar modernisierten BC. Stattdessen auch seitens Garmin Online Planer per Apps, die ebenso nicht durch gute Handhabung und Anbindung glänzen, so hier berichtet. Ich bin eh nicht darauf umgestiegen. Da BC von Anfang an mir nicht gefiel, die Situation aber zu Online-Planer sich durch Verfügbarkeit von W-Lans in Fewos für den Laptop oder per Kopplung ans Smarphone als Modem durch bessere Tarife ohne Roaming verbesserte, sichtete ich immer nach Alternativen. Tyre, Kurviger und andere Planer, die Export zum Garmin boten, wurden erprobt, 2019 stieß ich dann auf MRA, welcher dann das für mich brauchbare Michelinlayout mit der Anzeige schöner Strecken als Auswahl hatte. So konnte ich am Tisch mit großen Übersichts- und Tourenkarte mit dem Michelinlayout und dem Planer meine Ausflüge sehr einfach erstellen. Ich kauft damals noch für unter 100€ das Gold Duo Lifetime, heißt ich nutze nun seit fast 3 Jahren MRA komplett kostenfrei.
Tja, dann wurde bei MRA ab 2022 die verbesserte eigene App zum Routen auf dem Smartphone/Tablett als MRA-Next vorgestellt, die auch mit CarPlay AA funtioniert. Anfänglich mit Macken, Überhitzen des iPhones bis zum Blackout, häufige Abstürze, wird MRA immer besser, ist für mich nicht perfekt, stürzt zumindest mit CarPlay auch immner noch mal ab. Jedoch, ich brauche das Navi nicht mehr mehr oder weniger mühsam mit dem Saugnapf anzudocken und das Starkstromkabel😩 (es ist sehr dick) mit dem Knubbel, welcher, für was auch immer, wieder eingeführt wurde und riesigen Stecker zum Zig-Anzünder verlegen und habe im Auto eine viel cleanere Optik. Das Telefon ist auch wireless in CarPlay verbunden, so dass ich für kurze Fahrten noch nicht mal das iPhone auf den QI-Lader ablegen muss. In Verbindung damit habe ich schon Touren über 5-7 Stunden problemlos gefahren. Hinzu, das Display des Radios hat auch offen keine Probleme mit direkter Sonneneinstrahlung, keine Lichtspots, keine Blendung, kein Abdunkeln.
Einzig CarPlay als auch AA hat kein 1:1 Abbild des iPhones, der App. Die Informatioen sind etwas reduzierter angeblich um Ablenkung aufs Minimum zu reduzieren. Bei so manchen Unsind der Displaybedienung im Auto heute ein Witz.
Was wäre zum Schluss meine Vorstellug von Garmin, bzw. was war deren, aus meiner Sicht, größte Fehler, zumindest für die Automotive Navigation. Die für einige Jahre übernommene Navigon App war das absolute Ebenbild zu den Navigon PNAs mit den gleichen Stärken, hätte man weiter laufen lassen sollen. Sie gab es auch kurz als Motorradversion. Leider wurde diese App dann 2017 eingestellt. Der direkte Gegenspieler TomTom hat eine solche App, bzw. 2, eine gratis Light-Variante und eine mit Abogebühr, immer noch, parallel zu den anbebotenen PNAs, dessen Zeit aber auch abläuft.
Bleibt nur noch: Quo Vadis Garmin im Automotive?
Und meine Garmins für Automotive? Ich habe keine mehr.
Für meinen Bedarf, zwei drei Urlaubsreisen mit dem Cabrio oder auch PKW, Tagesausflugsplanung, mal schnell zu einer neuen Adresse oder Fahrt mit Verkehrslenkung tut es MRA, Google und Apple.
Routen sammeln, POis, nun es gibt dafür wohl Notwendigkeiten, bei mir mit begrenzter Restlaufzeit im Rentenalter nicht mehr.